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ERLEBNISBERICHT: TECHNORAMA MIT VORSCHULKINDERN -BERÜHRUNGSÄNGSTE MIT VERHASSTEN SCHULFÄCHERN ABBAUEN.

von Sefora Cuoco

Die Sonne scheint mit voller Kraft an diesem Mittwochnachmittag. Eigentlich kein Tag, um ins Technorama zu gehen, denke ich mir. Doch ich sollte mich getäuscht haben. 

Weil es nicht so viele Leute hat, haben die Kinder viel Zeit, alles ganz genau zu begutachten und vor allem auszuprobieren. Wir sind mit einer befreundeten Familie gekommen, insgesamt sind vier Kinder zwischen fünf und acht Jahren dabei. Mit leuchtenden Augen stürmen sie von Halle zu Halle, wollen jeden Knopf drücken, jedes Experiment ausprobieren.

Für die Kinder der befreundeten Familie ist es das erste Mal im Technorama, für meine nicht. Wir sind sicher schon mindestens zum vierten Mal hier, ich selbst war schon als Kind regelmässig im Technorama zu Besuch.

Wissenschaftliche Hintergründe sind Nebensache

Trotzdem musste ich meine Kinder nicht zu diesem Ausflug überreden – im Gegenteil. Als sie vor ein paar Wochen hörten, dass wir ins Swiss Science Center gehen, jubelten sie und fragten täglich, wann es nun endlich so weit sei. Die wissenschaftlichen Hintergründe interessieren die Kids noch nicht wirklich. Dafür mich. Ich erfahre vieles, was ich schon längst vergessen habe und frische meine Chemie-, Physik-, Biologie- und Geometriekenntnisse wieder ein wenig auf. 

Für die Kinder ist weniger spannend, dass ein Blitz die Entladung einer elektrostatischen Aufladung ist, als den Blitz in der Blitz Arena bei der Vorführung „Die Naturgeschichte des Blitzes“ wahrhaftig zu sehen und zu hören – in verschiedenen Variationen. Dieser kann nämlich auch Happy Birthday und Beethovens „O du schöner Götterfunke“ spielen. Wer ein wenig Glück hat, darf als Statist sogar selber bei der Vorführung mitwirken.

Viel Spass in der Sonderausstellung

In der gleichen Halle ist das Thema „Magnete“ untergebracht. Meine Tochter legt ihre Hand auf einen magnetischen Globus und darauf viele kleine Magnete. Es sieht aus, als würden die Nädelchen ihre Hand durchbohren. Unheimlich. Das Ganze ist aber völlig harmlos und schmerzfrei. Ein Museum, wo man alles anfassen darf, ist für die Kinder ein Paradies.

Viel zu lachen haben wir alle in der Sonderausstellung „Spiegeleien.“ Vor verschiedenen Spiegeln finden wir uns als Familie Zwerg, Familie Spindeldürr und Familie Vollschlank wieder. Auch das begehbare Kaleidoskop oder das Verschmelzen von Gesichtern stösst auf grosse Begeisterung.

Strategisches Denken ist in der nächsten Halle gefragt. Die 8-Jährige versucht sich an den Knobelrätseln. Sie muss versuchen, ineinandergeschlungene Schnüre, Bretter und Ringe voneinander zu lösen. Gerade für die Drittklässlerin, die in der Schule mit den nackten Zahlen ihre Mühe hat, ist die Halle „Mathemagie“ wertvoll, um positive und praxisnahe Erfahrungen zu machen und Berührungsängste mit dem verhassten Schulfach abzubauen. 

Perfektionistisch oder ungeduldig?

Der 5-Jährige versucht sich hingegen am Rhombo-Puzzle. Hier wird der Charakter der Kinder sichtbar. Während manche mit Ausdauer kniffeln, haben andere wenig Geduld und geben schon nach kurzem Probieren auf. Zum Glück stehen hilfsbereite Mitarbeiter mit türkisfarbenen T-Shirts bereit, um jede Frage kompetent und kindgerecht zu beantworten und zu helfen, wenn mal etwas nicht so geht, wie sich die Kinder das vorgestellt haben.

Auch optische Täuschungen ziehen die Kinder in den Bann. Ein absolutes Highlight sind die Kugelbahnen im obersten Stock, bei denen man die Kugeln mit vollem Körpereinsatz zum Rollen bringt.

Ein Malheur zum Schluss

Als per Lautsprecherdurchsage die Schliessung des Technoramas in 15 Minuten angesagt wird, machen alle lange Gesichter. Es gäbe noch so viel zu sehen. Es reicht gerade noch, um in der Cafeteria ein Glacé zu kaufen, dann gehen die Türen endgültig zu.  

Zum Glück hat es draussen noch einen Brunnen, bei dem man selber Hand anlegen und sich so die Zeit vertreiben kann. Die Kinder kommen auf die glorreiche Idee, den Brunnen mit hochgerollten Hosen nicht nur von aussen, sondern auch von innen zu erkunden. Dem Spass wird ein jähes Ende bereitet, als die Jüngste im Wasser ausrutscht… 

Jetzt ist wirklich Zeit, zu gehen. Wiederkommen ist ein Muss, vor allem auch in Hinblick auf den Bau des neuen Technoramaparks, der im Frühling 2021 fertig sein soll. Wir überlegen uns, uns in der Zwischenzeit eine Jahreskarte zu kaufen. Eine solche lohnt sich bereits nach drei Besuchen.

Text von Annette Salome und Bilder von Mateo Lewandowski

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