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GASTBEITRAG: 5 Gründe wieso ich mich bei der zweiten Geburt für eine Doula entschied

von Sefora Cuoco

Was ist eigentlich eine Doula?

Der Begriff Doula kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet übersetzt “Dienerin der Frau”. Die Doula ist eine Art gute Freundin auf Zeit, die eine Frau/ein Paar rund um die Geburt ihres Babys lückenlos begleitet. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, mentale und emotionale Unterstützung zu leisten oder manchmal auch einfach ein offenes Ohr zu haben. Im Gegensatz zur Hebamme oder dem Gynäkologen übt die Doula keine medizinische Funktion aus. Sie wird kontaktiert, sobald das Paar sich für eine Doula Geburtsbegleitung interessiert und ist bereits während der Schwangerschaft wertvolle Ansprechperson für Fragen und Wünsche. Die Kosten belaufen sich auf rund 1000 CHF und werden leider noch nicht von der Krankenkasse übernommen. 

Selbstverständliches Gebären unter Frauen

In vielen Kulturen gebären Frauen ganz selbstverständlich unter Frauen, und manchmal sind Männer während der Geburt gar nicht anwesend. Daher ist das Doula-Prinzip je nach Land grundsätzlich recht weit verbreitet. 

Bei der ersten Geburt ist man tendenziell etwas unsicher, denn man weiss nicht, was einen erwartet und was alles passieren kann. Unser erstes Baby hat das Licht der Welt als spontane Steissgeburt im Spital Richterswil entdeckt, in einer nicht ganz komplikationslosen Situation. Damals hatten wir mehr zufällig eine ehemalige Familienfreundin bei der Geburt mit dabei, die früher Hebamme war und selber Kinder geboren hat – sie war daher für uns eine optimale Begleitung während der Geburt. Aufgrund dieser positiven Erfahrung, haben wir diesmal gezielt nach einer für uns passenden Doula gesucht, die unter anderem vier Wochen lang rund um den Geburtstermin während 24 Stunden für uns abrufbereit ist.

1. Jemand der Ruhe bewahrt, auch wenn es emotional wird

Eine Geburt ist ein sehr einschneidendes und intensives Erlebnis im Leben einer Frau. Bei Erstgebärenden ist die Angst meist sehr präsent und Frau weiss nicht so recht, was passiert und was alles auf sie zukommen kann. Eine Doula mit dabei zu haben, die in emotionalen, anstrengenden oder schwierigen Situationen unter der Geburt Ruhe bewahren kann, ist Gold wert!

2. Zusätzliche Unterstützung und Entlastung für den Mann

Die Geburt ist nicht nur prägend für die Frau, sondern auch ein sehr intensives Erlebnis für den werdenden Vater. Ich habe bei der ersten Geburt bemerkt, wie gut es Young Dad Civo tat, das Gebärzimmer ab und zu verlassen zu können, sich einen Moment auszuruhen und neue Energie zu tanken – bevor er wieder mitten drin war… Jede dieser Pausen war wohltuend für meinen Mann, sodass er mich danach immer wieder frisch und kraftvoll weiter unterstützen konnte. Die Anwesenheit einer Doula ermöglicht dem Papa, sich ohne schlechtes Gewissen kleine Auszeiten zu gönnen, im Wissen, dass seine Partnerin nie allein und sehr gut betreut ist.

3. Vertraute Person nicht nur bei einer Hausgeburt

Diesmal steht eine Hausgeburt auf dem Plan. Bei der ersten Geburt konnten wir leider nicht zuhause gebären und mussten wegen der BEL* in ein Spital. Dort hatten wir oft mit den Schichtwechseln der Ärzte und Hebammen zu kämpfen (wir hatten vier verschiedene). Dies ist für viele Frauen eher ungemütlich (auch für mich) und sie fühlen sich nicht wirklich “aufgehoben”. Mit einer Doula kann dieser Umstand vermieden werden, denn diese bleibt während der gesamten Geburt an der Seite „ihrer“ Frau und unterstützt sie, wo sie nur kann.

4. Unterstützung auch bei Kaiserschnitt 

Mir ist wichtig, dass ich meine Doula auch im Falle eines Kaiserschnitts mit dabei haben kann. Sie hält bei Bedarf meine Hand und bleibt auch nach der Geburt an meiner Seite. Zudem hilft mir die Doula dabei, das Erlebte zu besprechen und zu verarbeiten. Viele Frauen möchten spontan gebären, liegen stundenlang in den Wehen und müssen am Ende dann doch einen Kaiserschnitt in Kauf nehmen. In solchen Situationen kann eine Doula für Paare sehr entlastend sein. 

5. Weltweite Studien belegen die positiven Auswirkungen durch die Betreuung einer Doula 

Ich wünsche mir eine möglichst interventionsarme und natürliche Geburt. Deshalb verdient diese interessante Studie meine volle Aufmerksamkeit. Sie zeigt auf, welche Punkte durch die Begleitung einer Doula positiv beinflusst werden können. 

Die Studie aus dem Jahr 2012 über „Kontinuierliche Unterstützung für Frauen während der Geburt“ der Crochrane Collaboration, einem weltweiten Netz von Wissenschaftlern und Ärzten, wurde mit 15288 Frauen durchgeführt. 

Die Gebärende, mit Doulas an ihrer Seite hatten:

  • 28% weniger Risiko des Einsetzen von Schmerz- und Entspannungsmittel sowie Periduralanästhesien (PDA).
  • 41% weniger Risiko für Zangen- und Vakuumgeburten
  • 50% weniger Risiko per Kaiserschnitte zu gebären
  • 33% weniger Risiko, unzufrieden zu sein oder Ihre Geburtserfahrung negativ zu beurteilen
  • Verkürzung der Wehenzeit
  • Geringeren Einsatz von wehenfördernden Mitteln
  • Babys waren wacher und tranken besser an der Brust

Jetzt sind es nicht mal mehr drei Monate bis zum erwarteten Geburtstermin. Ich freue mich darauf, dass wir als Familie bald unser neues Mitglied mit offenen Armen empfangen werden – gemeinsam mit unserer Doula!

*BEL = Beckenendlage des Baby

Dieser Beitrag wurde geschrieben von Sefora, sie schreibt für den Blog Young Mom Sefoo über Themen rund ums Mami und Frau sein. Mehr von ihr zu lesen gibt es auf ihrem Blog: www.youngmomsefoo.com

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