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Ja zum Vaterschaftsurlaub

von Racha

Eigentlich will ich keinen Vaterschaftsurlaub. Eigentlich will ich Elterzeit.

Eigentlich will ich, dass eine Mutter und ein Vater gemeinsam entscheiden können, wer im Rahmen eines vorgegebenen Elternurlaubs wie viel übernimmt. Das wäre richtige Gleichstellung. Aber in der Schweiz sind wir es uns gewohnt, dass wir nicht immer grosse Würfe machen können, sondern in kleinen Schritten vorwärts kommen müssen. Und getreu dem Motto «Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach» werden mein Mann und ich am 27. September klar «JA» stimmen und hoffen, dass ihr das auch tun werdet.

Die 2 Wochen Vaterschaftsurlaub sind ein wichtiges Zeichen, um aufzuzeigen, dass auch ein Vater verantwortlich ist für das Kind. Ja, diese 2 Wochen reichen bei weitem nicht aus – aber sie sind wichtig. Sie erlauben einem Vater, die ersten Tage mitzuerleben und mitzuwirken beim Aufbau des neuen Lebens als Familie oder mit einem weiteren Kind. Diese 2 Wochen können so bezogen werden, wie sie gebraucht werden – und müssen nicht wie ordentliche Ferien weit im voraus fix geplant werden. Eine Geburt lässt sich nicht vorausplanen -und da lässt der Vaterschaftsurlaub die notwendige Flexibilität zu.

Bisher hat ein Vater in der Schweiz nur einen einzigen Tag (!) bezahlt frei bekommen bei der Geburt des eigenen Kindes – soviel, wie bei einem Umzug…. Das ist nicht nur absolut betrachtet lächerlich – sondern auch im europäischen Vergleich. Die heute gesetzliche Geringschätzung der Vaterrolle ist sicherlich mitverantwortlich dafür, dass heute in der Schweiz in vielen Familien noch immer vornehmlich die Mütter in der Hauptverantwortung für die Kinder sind. Das hat gerade Paula Scheidt kürzlich im Magazin vom «Tages Anzeigers» wieder aufgezeigt.

Ich durfte darin schildern, wie mein Mann und ich die Gleichstellung der Verantwortung für die Kinder leben. Das hat aber damit angefangen, dass er bei beiden Geburten am Anfang sich viel Zeit hat nehmen können. Wir sind da privilegiert, weil es die Arbeitssituation meines Mannes zugelassen hat und wir es uns leisten konnten. Das ist aber nicht in allen Familien so.

Gegner der Vorlage argumentieren vor allem mit den Kosten. Rund 230 Millionen Franken soll der 2wöchige Vaterschaftsurlaub geschätzt kosten. Das können wir uns leisten – und sollten es auch tun. Das muss uns ein Schritt in eine fortschrittliche Familienpolitik wert sein. Für die KMUs ist eine Lösung über die Erwerbsersatzordnung (EO) finanziell tragbarer als eine eigene Vaterschaftsurlaubs-Lösung. Eine solche haben bisher vornehmlich die Grossunternehmen realisiert – ein Vorteil im Kampf um begehrte Arbeitskräfte. Mit einem staatlichen Vaterschaftsurlaub wird das nun aber auch für ein KMU erschwinglich.

Stärken wir also die Vaterrolle in diesem Land! Setzen wir mit einem «Ja» ein wichtiges Zeichen!

Mein Mann und ich leben die Gleichstellung der Verantwortung für die Kinder.

Nicole Bertsch, 49, Juristin, Mami von Nando (13) und Carmen (10)

MEHR INFOS FINDEST DU UNTER: https://www.vaterschaftsurlaub.ch

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