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KOLUMNE: Was ist wirklich wichtig im Leben?

von Racha

Liebe Mütter, liebe Väter,

Im Moment ist nichts mehr, wie es war! Diese Veränderungen bringen, oder zwingen uns sogar dazu, uns neu zu definieren, uns neu zu finden, als Mensch, als Elternteil, als Freund, als Mitarbeiter.

Diese momentane Situation erinnert mich an meinen Schleudergang 2017. Ich fühlte damals, dass ich mich verändern muss, dass Ruhm, Reichtum, und all die angestrebten und schliesslich auch erreichten Ziele mich nicht glücklich machten. Ich war leer und ausgebrannt.

Ich nahm mir eine Auszeit, ging in den Busch von Kenia, zu einem nativen Volk, um dort mein Leben neu zu ordnen. Ich wollte wissen, um was geht es in diesem Leben wirklich.

Ich wurde kräftig durchgeschleudert, und fühlte mich danach als hätte ich eine neue Brille aufgesetzt, mit der ich die Dinge erkannte, die wirklich wichtig sind.

Was ist wirklich wichtig im Leben? Ich habe eine Top-8 Liste erstellt und nenne diese das Rad des Lebens. Alles greift ineinander, jedes Rad ist von den anderen Rädern abhängig, dreht sich ein Rad nicht, oder zu wenig, so hat dies Auswirkungen auf alle anderen Lebensbereiche.

Das 1. Rad des Lebens: Gesundheit

Mit hohem Fieber, einer schmerzhaften Entzündung am Fuß, einem kalten, müffelnden Lappen auf der Stirn, in der Lehmhütte auf dem Boden liegend, fühlte ich mich müde und energielos und hätte mich umarmen und trösten lassen wollen. Deshalb steht für mich die Gesundheit an aller ersten Stelle. Mit der Gesundheit wird meist recht undankbar umgegangen. Solange man sich ihrer erfreut, wird sie als selbstverständlich angenommen, wenn sie aber beeinträchtigt ist, trauert man ihr nach. Wir müssen achtsamer und dankbarer werden. Es gibt so vieles, was uns mit Dank erfüllen müsste, beispielsweise jeden Morgen voller Energie und Gesundheit aufwachen zu dürfen. Im Moment führt uns der Virus unsere Verletzlichkeit vor Augen, doch auch hier glaube ich ist Selbstverantwortung nötig. Über Selbstverantwortung habe ich letzte Woche geschrieben.

 Du kannst sehr viel für Deine Gesundheit tun

Wofür steht Gesundheit eigentlich? Und wie kann ich zu meiner eigenen Gesundheit beitragen? Für mich persönlich bedeutet Gesundheit, möglichst lange leistungsfähig und fit zu bleiben. Mit meinem Körper liebevoll umzugehen, meine Grenzen zu spüren, und mein »Haus« – so nenne ich meinen Körper – liebevoll zu pflegen. Erstaunlicherweise widmen wir einem Haus oder einem Auto oft mehr Aufmerksamkeit als unserem Körper, wir sanieren oder warten beide regelmäßig. Bei unserem Körper hingegen ignorieren oder unterdrücken wir die Signale, indem wir sofort die passende Medizin zur Hand haben, ohne zu hinterfragen, was unser Körper mit diesem Signal eigentlich aufzeigen möchte. Mit einem gesunden und bewussten Lebensstil kann man selbst einiges dazu beitragen, gesund und fit zu altern. Die wichtigsten Faktoren sind dabei Ernährung, Bewegung, Entspannung, ausreichender Schlaf, Verzicht auf Genussgifte und eine positive Lebenseinstellung.

1. Gesunde Ernährung Wir machen uns viele Gedanken, um die Viskosität des Motoröls, um die Qualität des Benzins. Doch schauen wir beim Brennstoff für unseren Körper auch so genau hin? Achten wir auf Herkunft, Verarbeitungsweise und Inhaltsstoffe? Kaum etwas ist wichtiger für den Erhalt der Gesundheit als eine gesunde und bewusste Ernährung. Mittlerweile ist es sehr verwirrend, was man noch essen darf und was nicht. Tagtäglich gibt es neue ernährungsphysiologische Neuigkeiten. Die Verunsicherung wächst. Ich praktiziere seit Jahren, ohne es zu wissen, das sogenannte Clean Eating. Dies ist derzeit ein trendiger, in sozialen Netzwerken weitverbreiteter Begriff, wenn es um Ernährung geht. Der Begriff scheint neu zu sein, doch handelt es sich sozusagen um alten Wein in neuen Schläuchen. Es geht hierbei um die Reinheit der Lebensmittel. Die Nahrung sollte keine künstlichen Zusätze beinhalten, keinen Zucker und Auszugsmehle. Als rein gelten alle naturbelassenen und unverarbeiteten Lebensmittel wie Gemüse, Fisch, Vollkornprodukte und Obst. Nimm den Brennstoff scharf unter die Lupe! Ein Ferrari kann seine PS nur mit dem richtigen Brennstoff nutzen.

2. Ausreichend trinken Der Körper eines Erwachsenen besteht zu 67 Prozent aus Wasser, das Gehirn sogar zu 85Prozent. Wasser ist nicht nur ein wichtiger Teil der Körperzellen, sondern auch Hauptbestandteil des Blutes. Haben wir Flüssigkeitsmangel, so kann das Blut nicht mehr richtig fließen, Gehirnleistung und Konzentration lassen nach, Kopfschmerzen und mangelnde Merkfähigkeit können die Folge sein. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung legt nahe, pro Tag zwei Liter Flüssigkeit in Form von Wasser und Tee zu uns zu nehmen.

3. Regelmäßige Bewegung Zurück in der Zivilisation las ich abends erschreckt den Schrittzähler meines Handys aus. Im Busch waren 25 000 bis 30 000 Schritte täglich üblich. ohne Sport erreiche ich in meinem Alltag mit Hängen und Würgen nur 4000 bis 5000 Schritte! Regelmäßiger Ausdauersport ist gut für Körper, Geist und Seele. Unser Körper ist auf Bewegung ausgerichtet. Unsere Vorfahren waren ähnlich wie die Mijikendas im Busch auf die Fortbewegung zu Fuß angewiesen. Sofern ein Kind nicht vor dem Tablet oder PC sitzt, läuft und hüpft es 11 000 bis 12 000Schritte pro Tag. Laufen ist die beste Methode, den Körper in Form und den Organismus auf Touren zu bringen, die körpereigenen Abwehrkräfte zu stärken, Stress zu reduzieren sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Übergewicht und Osteoporose vorzubeugen. Jede Art körperlicher Bewegung trägt zu Deinem Wohlbefinden bei. Du wirst übrigens sofort belohnt, da unser Belohnungssystem anspringt und uns prächtig fühlen lässt!

4. Sauerstoff, Natur und Licht Erst im Busch realisierte ich, dass ich bisher jede freie Minute in der Natur verbracht hatte. Meine Wohnorte sind immer in der Nähe eines Waldes, am Meer oder am See gewesen. Wir tun so viele Dinge automatisch, ohne zu wissen, wie welchen Stellenwert sie in unserem Leben haben. Ich liebe die Natur, ihre Farbintensität, ihre Düfte, ihre Vielfalt. Frischer Sauerstoff weckt die Lebensgeister und mobilisiert die Abwehrkräfte. Das Licht bessert unsere Stimmung und schüttet das stimmungsaufhellende Wohlfühlhormon Serotonin aus. Tageslicht und Sonne kurbeln zudem die Produktion von Vitamin D – unentbehrlich für die Knochen – an. Afrika hat meine Liebe zur Natur noch verstärkt!

5. Ausgleich vom stressigen Alltag Druck, Dauererreichbarkeit, Stress, Hektik lösen psychische Belastungen aus und zehren an unseren Nerven, an unserer Widerstandskraft. Ist die Balance zwischen Spannung und Entspannung gestört, kann es zu psychischen und körperlichen Erkrankungen kommen. Es wäre wunderbar, wenn man täglich Zeit für sich in Form von Selbsthypnose mit der »Mesmerize it«-Technik, mit Meditation oder Yoga einräumen würde. Es wäre das Ticket zur inneren Ruhe und Gelassenheit!

6. Ruhiger, ausgeglichener Schlaf. Schlaf ist ein Grundbedürfnis, das wir ebenso regelmäßig befriedigen müssen wie Essen und Trinken. Da Körper, Geist und Seele Hand in Hand arbeiten, haben Stress, die Unterdrückung von Bedürfnissen und Wünschen, ungesunde Ernährung, einen riesengroßen Einfluss auf unsere Nachtruhe. Ein tiefer, ruhiger Schlaf ist die Voraussetzung für Wohlbefinden und Gesundheit. Der Stoffwechsel wird einen Gang heruntergeschaltet, Reparaturmechanismen laufen auf Hochtouren, das Immunsystem, die Verdauung, das Herz-Kreislauf-System und das Nervensystem regenerieren über Nacht. Schlafentzug wirkt sich negativ auf die Leistungsfähigkeit und die Psyche aus. Das Glas ist dann eher halb leer.

7. Gehirn-Gym Nicht nur unsere Muskulatur will gestählt werden, auch das Gehirn will ein Leben lang beschäftigt sein. Werden die grauen Zellen nicht animiert und auf Trab gehalten, bauen sie nämlich ab. Das Gehirn braucht Abwechslung, Futter, um neue Nervenzellen zu produzieren und Synapsen zu bilden. Für mich ist die Erde ein Lernplanet. Immer, wenn ich etwas Neues dazulerne, stelle ich fest, dass ich viel weiß, aber eigentlich gar nichts weiß. Die Wissenschaft macht es uns vor. Alle vergangenen Erkenntnisse können mit neuen Forschungen widerlegt und infrage gestellt werden. Darum lautet die Devise: offen und flexibel bleiben.

8. Kompensations- und Genussgifte Natürlich wissen wir, dass Zigaretten uns vergiften und Alkohol Gehirnzellen zerstören. Allerdings weiß ich aus eigener Erfahrung und aus meiner Praxis, dass man Rauchen, Alkohol, Drogen, Medikamente und übermäßiges Essen nicht einfach von heute auf morgen abstellen kann. Diese »Genussmittel« helfen uns zwar, unsere immer wiederkehrenden Verletzungen zu übertünchen, das Kompensieren hilft aber nur für ganz kurze Zeit. Denn schnell ploppen die Probleme, Sorgen und Ängste wieder auf. Zudem kommt einem die eigene Wut über die mangelnde Disziplin in die Quere, und man verurteilt sich umso mehr. Ein Teufelskreis! Vor ein paar Wochen las ich eine spannende Studie, die meine Sichtweise vollends bestätigte. Eine kanadische Studie, durchgeführt an 7176 Frauen und 1639 Männern, zeigte eindrucksvoll auf, dass ein Magenbypass zwar beim Abnehmen hilft, doch die meisten Betroffenen mentale Probleme entwickelten, die in Alkoholmissbrauch, Depression, Selbstverletzungen und Suizid mündeten. Die vermeintlich geglaubte Ursache für ein eingeschränktes, unattraktives Leben – Übergewicht – entpuppte sich als falsch. Das übermäßige Essen kompensierte etwas Tieferliegendes. Der Gewinn der Leistungsfähigkeit und Attraktivität durch die gewonnene Schlankheit reichte nicht aus. Die Verletzungen und Ängste der Vergangenheit waren mit der Schlankheit nicht verschwunden. Sie kamen wieder und konnten nicht mehr wie in den Vorjahren mit Essen unter Kontrolle gehalten werden. Deshalb wurde entweder eine neue Kompensation gesucht (Alkohol) oder eine Depression entwickelt. Wir müssen begreifen, dass es nötig ist, in unserem Innern »aufzuräumen«, damit sich etwas verändert. Und dies hilft dem Körper, länger fit und gesund zu bleiben.

9. Positive Einstellung zum Leben Vertrauen in das Leben zu haben, sich selbst ernst und wichtig zu nehmen, eine positive Lebenseinstellung zu haben, tragen dazu bei, bessere psychische Bewältigungsstrategien zu entwickeln. Dadurch setzen wir uns weniger Stress aus und schonen unsere Abwehrkräfte. Außerdem zeigen positiv eingestellte Menschen größere Souveränität und Gelassenheit. Offenheit im Austausch mit Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen und Lebensstilen hilft dabei, flexibel zu bleiben. Denn wer in sich ständig wiederholenden Lebensmustern gefangen ist, grenzt seine Erfahrungsmöglichkeiten ein und lässt sich die Chance entgehen, sein Gehirn rege zu erhalten.

Wo stehst Du in Sachen Gesundheit? Welchen der Punkte 1 bis 9 hast Du  schon in Dein Leben integriert? Wo gibt es noch Handlungsbedarf?

Das 2. Rad des Lebens: Beziehungen

Meine zweitwichtigste Säule stellt das Thema Beziehung dar. Damit sind alle sozialen Bindungen zu anderen Menschen gemeint. Soziale Beziehungen gehören zu den wichtigsten Schlüsselfaktoren für Wohlbefinden, Glück und Erfolg. Zwischenmenschliche Beziehungen begleiten uns tagtäglich und überall. Sie können positive oder zugleich auch negative Qualitäten haben. Erlernt ein Kind in den ersten Lebensjahren nicht, diese einzugehen, so ist das Urvertrauen zeitlebens beeinträchtigt. Das Intensivieren und Ausbauen unserer Beziehungen geschieht durch Zeit und Nähe. Diese werden als Kontaktdichte und Kontakttiefe bezeichnet. Kontaktdichte zeigt die Anzahl der Stunden auf, die wir mit anderen Menschen verbringen. Hinter der Kontakttiefe verbirgt sich der intensive, sehr persönliche und intime Austausch beispielsweise über die eigenen Gefühle, Wünsche, Ängste und Sorgen. Hohe Kontaktdichte ist nicht gleich ein Indikator für Kontakttiefe. Nähe und Zeit sind für mich die kostbarsten Geschenke, die man sich gegenseitig machen kann. Sie werden auch als Ressourcen des Individuums betrachtet und man teilt sie ein in: Eltern-Kind-Beziehungen, Freundschaft, Liebesbeziehungen, Sexbeziehungen, soziale Beziehungen. Man kann sie je nach positiven und negativen Aspekten in vier Grundkategorien einordnen:

1. Die unterstützende, soziale Beziehung Diese liegt vor, wenn die positiven Aspekte die negativen überwiegen, wenn man sich gegenseitig wertschätzt, vertraut, versteht und liebevoll unterstützt. Eine solche Beziehung gibt Halt, Stabilität und liefert angenehme zwischenmenschliche Erfahrungen. Sie ist geprägt von Kontakttiefe und Kontaktdichte.

2. Die aversive Beziehung Bei dieser Art des zwischenmenschlichen Miteinanders handelt es sich um eine negative, durch Ablehnung, Abneigung oder Aggressionen bestimmte Umgangsweise. Diese erlebt man häufig im beruflichen Kontext. Diese Form der Beziehung ist sehr energieraubend und vernichtend, da keine der beiden Parteien Verständnis für den anderen aufbringen kann. Sie ist durch eine hohe Kontaktdichte, aber kaum durch Kontaktnähe geprägt.

3. Die indifferente, soziale Beziehung Damit sind Beziehungen gemeint, die weder eine positive noch eine negative Qualität haben. Beispielsweise zu Kollegen, zu denen wir keine besondere intensive Beziehung haben. Diese Menschen laufen uns immer mal wieder über den Weg, ohne uns emotional zu berühren. Solche Beziehungen zeichnen sich weder durch Kontaktdichte noch durch Kontakttiefe aus.

4. Die ambivalente Beziehung In dieser Art des Miteinanders geht es um ein stetiges Auf und Ab. Die Haltung gegenüber einem Menschen ist widersprüchlich, zwiespältig. Die Beziehung ist geprägt sowohl durch positive als auch durch negative Aspekte, man ist innerlich zerrissen. Beispielsweise geht es um einen Freund, mit dem man Spaß hat, er sich aber immer mit einem messen möchte. oder um eine Freundin, die eine ähnliche Wellenlänge hat, aber immer alles besser weiß. Wir verbringen gerne Zeit mit diesen Menschen, gehen aber meist mit gemischten Gefühlen auseinander. Diese Beziehungen sind meist durch hohe Kontaktdichte geprägt. Sie kosten viel Energie, da man immer gewahr sein muss, dass einem – sinnbildlich gesprochen – ein Dolch in den Rücken gestoßen wird.

Die meiste Energie, Freude, Motivation und Liebe erhalten wir aus den unterstützenden, sozialen Beziehungen. Die aversiven und ambivalenten fressen regelrecht Lebensfreude und Energie. Aus welchen Beziehungen beziehst Du positive Aspekte, welche beschweren, oder rauben Dir sogar Energie? Welche aversiven und ambivalenten Beziehungen könntest Du abstellen? Wie viel Kontaktdichte bzw. Kontakttiefe hast Du in den jeweiligen Beziehungen? Was kannst und möchtest Du verändern?

Das 3. Rad des Lebens: Beruf

Täglich widmen wir uns durchschnittlich acht Stunden unserem Job, ein Drittel unserer Tageszeit verbringen wir schlafend, ein Drittel in unserem Berufsumfeld. Dies sind 40 Stunden die Woche, 160 Stunden im Monat, 1840 Stunden im Jahr und 82 800 Stunden im Laufe eines durchschnittlichen Arbeitslebens. Unberücksichtigt ist dabei die Zeit, die wir psychisch mit unserem Beruf beschäftigt sind, die Zeit, die wir mit Nachdenken über aktuelle Herausforderungen, Lösungen, Ängste, Druck, Homeoffice, Kontrollieren der E-Mails usw. Ist Ihnen bewusst, dass der Job der Zeitfresser Nummer 1 ist? Würde man den Job mit einer Ehe vergleichen, so hätten der aktuellen Gallup -Studie zufolge ungefähr 25 Prozent der deutschen Arbeitnehmer bereits die Scheidung eingereicht. Sie haben entweder innerlich gekündigt, oder sie machen Dienst nach Vorschrift. Doch es gibt auch Menschen, die für ihren Job brennen (bis sie ausgebrannt sind) und die behaupten, Arbeit sei der wichtigste Aspekt ihres Lebens. Laut einer repräsentativen Umfrage des Gewis-Instituts ist für 54 Prozent der Männer der Job sehr wichtig, doch nur 28 Prozent der Frauen sehen dies so. Meiner Wahrnehmung nach ist die Dunkelziffer sehr hoch, vor allem montagmorgens verrät die nonverbale Sprache, dass die meisten Menschen nicht gerne zur Arbeit gehen. Wie sieht es bei Dir in Sachen Job aus? Stelle Dir folgende Fragen:

– Stehe ich hinter dem Produkt, der Vision meines Unternehmens, der ganzen Firma? – Kann ich mich voll und ganz mit meinen Fähigkeiten und Ideen einbringen? – Stehe ich hinter den Entscheidungen meiner Vorgesetzten? – Bin ich glücklich, mit dem, was ich tue? – Erlebe ich Sinnhaftigkeit? – Stimmen die inneren Werte mit den Werten der Firma überein? – Lebe ich mein Potenzial ?

Das 4. Rad des Lebens: Finanzen

Was ist Geld? Eigentlich nur Zahlen auf einem Kontoauszug, schäbige Metallstücke oder zerknitterte Banknoten. Diese große Erfindung des Menschen ist der Motor der Wirtschaft und für unsere Lebensart verantwortlich. In unseren Träumen von der Zukunft spielt es eine entscheidende Rolle, wir sind immer auf der Jagd nach mehr.

Doch ab einem bestimmten Einkommensbereich macht es uns weder glücklicher noch zufriedener. Sogar Einkommenseinbußen führen nicht unbedingt zu einer Verschlechterung der Lebenszufriedenheit. Mit Geld gehen auch negative Emotionen einher. Häufig bemessen wir den eigenen Wert an der Gehaltszahlung, vergleichen uns mit anderen. Neid, Missgunst und Minderwertigkeitsgefühle sind die Folge. Doch egal, wie viel wir verdienen, sobald der Kontostand tiefer als erwartet ist, machen sich Ängste im Inneren breit, die viel Energie und Kraft kosten. Das, was für jede Firma selbstverständlich ist, wird in vielen Privathaushalten vernachlässigt: das Erstellen eines detaillierten Budgets, das genau aufzeigt, wofür man wie viel

ausgibt, wo das Geld hinfließt und wo Einsparungen möglich wären. Wo stehst Du im 4. Rad des Lebens? Has ein Budget erstellt?

Das 5. Rad des Lebens: soziales Engagement

Wusstest Du , dass uns unser Gehirn belohnt, wenn wir Gutes tun? Altruismus und gute Taten aktivieren in unserem Gehirn die gleichen Schaltkreise wie beim Schokoladen- oder Sexgenuss. Jahrzehntelang vertraten Wissenschaftler die Ansicht, dass der Mensch einzig am eigenen Wohlergehen interessiert sei. Doch neueste Erkenntnisse widerlegen diese Annahme. Forscher fanden heraus, dass unser Gehirn zur Kooperation angelegt ist, dass unser persönlicher Vorteil nicht unbedingt im Vordergrund unseres Handelns steht, sondern vielmehr der Wunsch nach sozialer Anerkennung. Diese erhalten wir, wenn wir zusammenhalten und uns gegenseitig unterstützen. Die jüngste Langzeitstudie, vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung unter der Leitung von Gert Wagner durchgeführt, hat über 25 Jahre hinweg die Zufriedenheit der Bundesbürger verfolgt. Es stellte sich heraus, dass am nicht die Menschen, die im Job und materiell erfolgreich waren, sondern die, die sich gemeinnützig oder in der Familie engagierten, am glücklichsten waren. Soziales Engagement fördert auch die persönliche Entwicklung und stärkt das Selbstbewusstsein. Gerade jetzt, wirst Du erkennen, dass jeder Einzelne in der Lage ist, etwas zu bewegen, zum Positiven zu verändern. Den Selbstlosen und Gebenden gehört die Zukunft. Wie könntest Du soziales Engagement in Dein Leben integrieren? Auf welchem Gebiet könntest Du Dir das vorstellen?

Das 6. Rad des Lebens: Freizeitaktivitäten

Freizeit hat nicht nur eine große Bedeutung für die Wiederherstellung der Arbeitskraft, sondern auch für die Persönlichkeitsentwicklung und das soziale Miteinander. »Acht Stunden Unternehmerdienst, acht Stunden Schlaf, acht Stunden Mensch sein«: So war die optimale Tagesaufteilung des Physikers, Industriellen und Sozialreformers Ernst Abbe, der als Inhaber der Optikerfirma Carl Zeiss die Arbeitszeit beschränkte und 1900 erstmals in Deutschland den Achtstundentag einführte. Neben Arbeit und Schlaf, bleiben uns also acht Stunden Zeit zur freien Verfügung, in der wir uns mit Freude und Leichtigkeit weiterbilden können. Wir lernen bei allem, was wir tun, egal ob bei Hobbys, mit Kindern , Freizeitbeschäftigungen oder beim Sport, bei dem wir Formen des sozialen Miteinanders wie Teamgeist erlernen. Mit jeder neuen Aktivität steigert man die Selbstwahrnehmung und erweitert die eigenen Fähigkeiten. Laut Erkenntnissen der Stiftung für Zukunftsfragen ist Fernsehen die wichtigste und zeitintensivste Freizeitaktivität der heutigen Zeit, gefolgt vom Surfen im Internet. Die Menschen ziehen sich immer mehr aus dem Familien- und Freundesumfeld zurück und verzichten bewusst oder unbewusst auf Dinge, die einen zur Ruhe kommen lassen würden.

Doch wie soll man im Alltag Bestleistungen abrufen, wenn einem der Ausgleich im Privatleben fehlt und die Akkus nicht wieder neu geladen werden können? Wenn wir gleichzeitig Mails abrufen, im Internet surfen, WhatsApps schreiben, bei Facebook und Instagram die Likes checken, ist unser Akku schneller leer, als wenn wir nur einer Tätigkeit nachgehen.

 Ähnlich arbeitet auch unser Körper, je mehr Sinneseindrücke umso höher die Ermüdung. Dieser selbst gewählte Stress führt neben der Isolation auch zu einer Schwächung des Immunsystems, was uns für Viren und Bakterien empfänglich macht. Ein Teufelskreis! Wir benötigen Zeit für Entspannungsphasen, um uns wieder aufzubauen, zu spüren und vom Stress zu erholen. Eine Life-Work-Balance (ausdrücklich in dieser Reihenfolge!) ist wichtig, um lange leistungsfähig und motiviert zu bleiben. Vernachlässigt man diese, so hat es Auswirkungen auf die anderen Lebensräder, wie beispielsweise auf das der Gesundheit. Schalte Dein Telefon nach Arbeitsschluss einfach aus, treffe Freunde, betätige Dich sportlich, probieren etwas Neues aus, mache das, worauf Du Lust hast! Wie tankst Du auf? Wo entspannst Du am besten? Was wolltest Du schon immer ausprobieren?

Das 7. Rad des Lebens: Spiritualität

Viele Jahre konnte ich mit diesem Begriff nichts anfangen, ich legte es gerne in die Esoterik-Schublade und glaubte, das alles habe nichts mit mir zu tun. Doch je älter ich werde – und das Abenteuer Afrika ist nicht ganz unschuldig daran –, glaube ich, dass Spiritualität ein wichtiger Teil des Menschseins darstellt. Wir sind ständig damit beschäftigt, Pflichten zu erfüllen und uns so zu verhalten, wie die Gesellschaft uns gerne sehen möchte. Doch was ist mit der Fähigkeit, uns selbst richtig kennenzulernen, in uns hineinzuhören, das Leben optimal zu nutzen um die eigene Bewusstwerdung effektiv voranzutreiben, sich selbst als Ganzes zu entdecken? Das war schließlich das Movens meines Aufbruchs nach Kenia, fernab der Zivilisation, gewesen. Wie schafft man es, Körper und Seele in Einklang zu bringen? Meiner Erfahrung nach, indem man sich täglich Zeit für sich, für Meditation und Selbsthypnose nimmt, das eigene Weltbild hinterfragt, seelische Blockaden erkennt und auflöst. Sich auf eine Reise nach innen begibt. Jetzt wichtiger, denn je!!!

Spiritualität ist etwas Unsichtbares, etwas, das tief in uns selbst schlummert, das Antworten auf unsere Fragen gibt – Wer bin ich? Warum bin ich hier? Was ist meine Aufgabe? Wie kann ich meine eigenen Grenzen überwinden? Wie kann ich das bestmöglichste Potenzial aus mir selbst herausholen? Diese Antworten offenbaren sich uns nur, wenn wir Raum und Zeit nehmen, uns mit uns selbst zu befassen. Krisen, Veränderungen, offene, tiefe Gespräche mit wahrhaftigen Menschen beschleunigen unsere Suche. Vielleicht spürst Du auch eines Tages eine Leere in sich. So wie ich vor meiner Afrika-Reise. Dann ist der Zeitpunkt gekommen, in sich zu gehen und sich einige Lebensfragen zu stellen, orientierung und Sinn zu suchen – so wie ich es im kenianischen Busch getan habe. Wo stehst Du heute in Sachen Spiritualität? Was tust Du um die Reise nach innen anzutreten? Yoga, Meditation, Selbsthypnose, Ausflüge in die Natur beschleunigen den Weg zu Deiner Berufung.

Das 8. Rad des Lebens: Berufung

Alle acht Räder greifen ineinander. Wer nicht bereit ist, in sich hineinzuhören, dem bleibt es verwehrt, seine wahre Berufung zu finden. Jeder Mensch hat einzigartige Talente und eine einmalige Persönlichkeit. Die eigene Berufung zu finden, heißt, den Spagat zwischen den Anforderungen der Außenwelt und den Bedürfnissen der Innenwelt zu schaffen. Immer wieder auf die innere Stimme zu hören, mit dem Herzen zu fühlen, und das Gespürte umzusetzen. Um die wahre Berufung zu finden, braucht man Geduld, Vertrauen, Beharrlichkeit, Freude und Begeisterung. Die Seele muss genährt, gepflegt und umsorgt werden, dann liefert sie uns die ersehnten Antworten. Es ist ein Prozess, in den wir hineinwachsen, wenn die äußeren Stimmen an Bedeutung verlieren, wir uns nach innen kehren. Um den eigenen Weg zu finden, muss man oft unbequeme, herausfordernde Pfade gehen. Doch am Ende wird Mut belohnt, denn Visionen und Begeisterung schenken Glaubwürdigkeit und Authentizität und inneren Frieden.

Wo stehst Du im Rad des Lebens? Wo gibt es noch Handlungsbedarf?

Vielleicht fragst Du Dich auch, was hat das alles mit meiner Elternschaft zu tun?! Unglaublich viel, denn Du bist der Spiegel Deiner Kinder. Kümmerst Du Dich um Deine Gesundheit, werden sie es auch tun. Du gehst viel in die Natur, sie werden mitkommen, und es ebenso lieb gewinnen, wie Du. Werde Dir gewahr, dass alles was Du tust Auswirkungen auf Dich, Deine Kinder, Deine Familie und Dein Umfeld hat.

Aus meiner Afrika Erfahrung sind zwei wunderbare Dinge entstanden. Mein Buch «Was bleibt, wenn alles anders ist?!» Ein Ratgeber für Zeiten, wie diese.

Und die Buchreihe, Pillou, der sprechende Pullover. Ein Pullover meines Freundes, wurde im Busch zu meinem Tröster, meinem besten Freund, meiner Ruhequelle. Ich kuschelte mich in jeglichen Situationen in ihn, und wurde von ihm liebevoll getröstet. Diese Botschaft gibt Pillou weiter. Er ist der beste Freund Deines Kindes, macht Mut, hört zu, ist einfach da!

»Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende«, soll Oscar Wilde gesagt haben.

Deine Tatjana Strobel

Autorin von PILLOU – der sprechende Pullover

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