ERLEBNISBERICHT: Newton, Einstein & Co. zum Anfassen und Erleben

von Roja Nikzad

Mittwochnachmittag. Letzte Woche der Zürcher Sommerferien. Der perfekte Moment für einen Ausflug ins Technorama in Winterthur. Im Vorfeld habe ich mich gefragt, sind meine zwei Mädels altersmässig überhaupt geeignet für dieses Abenteuer? Mit fast drei und sechs sind sie doch recht jung, um Physik, Chemie und Biologie zu begreifen. Nun denn, wers nicht probiert, findets nicht heraus. Mit einer Freundin und ihrem Vierjährigen und dem fünfjährigen «Hüetichind» wagten wir uns also ins Swiss Science Center.

Mami, wieso heisst es Technorama?

Mein Altgriechisch ist etwas rostig und meine Fähigkeiten als allwissendes Lexikon nicht allzeit verfügbar. Doch das sollte noch drin liegen. Im Auto besprechen wir also, wie es sich mit dem Suffix -orama so verhält, spekulieren gemeinsam, was Techno- vielleicht heissen könnte. Naja, irgendwie ist es dann doch einfacher von der Theorie in die Praxis überzugehen. Schon beim Brunnen mit Wasserrädern und Pumpen tauchen die Kinder voller Freude in medias res ins Wissenschaftsvergnügen ein und erleben die Wasserkonstruktionen mit Neugier und Tatendrang.

Naturwissenschaft erleben, begreifen, hemmungslos erfahren

Schnell zeigt sich, dass das Alter hier eigentlich überhaupt keine Rolle spielt. Klar, wer jedes der über 500 Exponate in seiner vollen wissenschaftlichen Tiefe begreifen will bräuchte durchaus Zeit und Köpfchen. Darauf ist die Ausstellung aber gar nicht notgedrungen ausgelegt. Alles lässt sich anfassen, bespielen und erleben und macht auch dann Spass, wenn der wissenschaftliche Background noch nicht so sehr interessiert. Bereits im Atrium bleiben wir hängen. Die roten Chiffontücher, die in der Schwerelosigkeit über einer luftdurchfluteten Plattform tanzen, faszinierten die Jungmannschaft über alle Massen. Schön, dass unser Wissenschaftserlebnis mit hemmungslosem Tollen und Lachen beginnt.

Aufgepasst: Ohren zu

Eine Durchsage lockt uns in die Gas-Arena, wo wir einer Show rund um Gas beiwohnen. Was ist ein Gas? Wie verhalten sich unterschiedliche Gase? Sind sie brennbar? Explodieren sie? Die Vorführung mit Ballonen, dampfendem Flüssigstickstoff und effektvollen Knallen war für unsere Zwerge vielleicht intellektuell etwas hochstehend, für Faszination war aber trotzdem gesorgt.  

(Bemerkung am Rande: Toll, dass die Wissenschaftsshow von zwei jungen Damen bestritten wird. Schön, zeigt sich langsam, dass Naturwissenschaft selbstverständlich auch etwas für Frauen ist.)  

Brückenbau und Bewegung der Elemente

Auf dem ersten Stock mit der geflügelten Themenüberschrift «Wasser, Natur, Chaos» bleiben wir hängen. Während meine Kleine sich wacker im Brückenbau übt, vertieft sich die Grosse in die Oberflächenstruktur unserer Erde und studiert, wie sich Sand, Wasser und Co. verhalten. Unsere Begleiter vergnügen sich zwischenzeitlich am Regentropfen-Schlagzeug. Einzelne Exponate faszinieren mehr, andere weniger. Aber eines ist klar: Die vier Kinder fliessen vor Entdeckungslust über.

«Zvieri» und Spiegelausstellung

Nach mehreren Überzeugungsrunden schaffen wir es, die Kinder zu einer «Zvieri»-Pause zu animieren. In der Picknick-Zone im Atrium dürfen wir unseren mitgebrachten «Zvieri» zwanglos geniessen. Kaffee gönnen wir Grossen uns im Park zwischen Sommer-Event, Sonnenuhren und Windmaschine. Zeitgleich probiert der Nachwuchs die Kunst, unterschiedlichen Windstärken zu trotzen.

Zuletzt wollen wir uns aber auch die Sonderausstellung «Spiegeleien» Auf keinen Fall entgehen lassen. Das lebensgrosse Kaleidoskop sowie diverse optische Spielereien sorgen nicht nur bei den Kindern, sondern auch bei uns Erwachsenen für Gaudi und grosse Augen. Zur Schliesszeit um 17 Uhr muss das Personal uns fast rauskomplementieren, da sich die Kids kaum losreissen wollen.

Ich würde meinen, ein gelungener Ausflug in die Welt der Naturphänomene mit vielen Experimenten dazu, was unsere Erde im Innersten zusammenhält. Der träumerische Satz meiner müden Tochter im Auto bestätigt es: «Mami, die Welt ist doch sooo schön.»

Allgemeine Infos:

In der Ausstellung können auch die Kleinen viele Exponate ausprobieren und bespielen. Das ganze Technorama ist mit dem Kinderwagen wunderbar zugänglich. Zudem sind in den Toiletten Wickeltische vorhanden. 

Alles Weitere: www.technorama.ch

Text: Roja Nikzad, partners in gmbh

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